ROBERT
MAIER
ARCHITEKTEN

WASSERKRRAFTWERK
VERBUND
TÖGING A. INN

Grundlegende Vorgaben für das Gebäude war das Einpflegen der gesamten, großräumigen Technik eines Kraftwerks in die Landschaft ohne das historische und denkmalgeschützte Wasserschloss in den Hintergrund zu drängen. Aufgrund der räumlichen Anforderungen der technischen Anlagen entstand die Überlegung zumindest einen Teil in weitesgehend in die Landschaft einzubetten. Die oberirdischen Gebäudeteile reduzieren sich auf ein Oberwasser- und ein Unterwasserbereich, die als Einzelne Elemente aus dem Hang herausbrechen. Die Grundüberlegung war das Einschlitzen des Hanges und Einschieben der Räumlichkeiten unter eine Vegetationsdecke. Ober- und Unterwasser erhalten jeweils eine sichtbare Wandscheibe als massives Element ohne jegliche Öffnungen. Im Bereich des Unterwassers entsteht unterhalb dieser massiven Wand ein zurückversetzer Einschnitt, der sich im Material dahingehend unterordnet, dass eine sauber akzentuiere Fuge entsteht hinter der sich die Anlieferungs- und Zufahrtbereich befindet sowie die technischen Bereiche (wie Trafo- und Notstromaggregate) und Aufenthaltsbereiche befinden. Aufgrunddessen ergeben sich hier neue Anforderungen an die Fassadengestaltung und Materialwahl, da diese in Teilbereichen transparenter sein mussten.

 Für den massiven Block viel die Wahl auf Beton. Reiner Sichtbeton viel in diesem Falle jedoch aus, da das Gebäude nur aus einiger Distanz betrachtet werden würde und sich somit nur ein grauer Balken erkennbar werden würde. Dies widersprach der Überlegung in der Fassade auch die Nutzung widerspiegeln zu lassen. Aufgrunddessen entschied man sich bei der Oberfläche das Verwenden einer Strukturmatrize in der Schalung um eine erlebbare dreidimensionale, reliefartige Oberfläche zu erhalten.

Auch bei der Wahl des Materials des zurückgesetzten Schlitzes sollte die Nutzung als Kraftwerk erkennbar sein. Bei den Recherchen über Wasserkraftwerke und Gesprächen mit den Betreibern kristallierte sich heraus, dass im Bereich des Einlaufs sogenannte Rechenanlagen (große vertikale Stahlgitter) vermeiden dass Schwemmgut in die Turbinen gelangt. Aus diesem Bild entstand eine erste Überlegung auch im Bereich der Technikräume eine senkreckte Leistenstruktur zu verwenden. Recht schnell mussten wir dann aber feststellen, dass diese recht starre Konstruktion nicht vereinbar war mit der Nutzung der Räume. Hier kamen dann Anforderungen wie Druckenlastungsklappen, Explosionsschutz und Austauschmöglichkeiten großer Anlagenbauteile im Zuge der Planung hinzu, die ein Umdenken erforderten.
Bald konnte sich jedoch auf eine Verkleidung mit gelochten, mäandrierenden Verblechungen geeinigt werden, die einerseits alle technischen Vorgaben mit der ursprünglichen Idee der senkreckten Leistenstruktur  in Einklang gebracht werden konnte. 

NGF k.A.
BGF k.A.
BRI k.A.
Baujahr 2020 - 2022
Location Töging

Copyright © 2022 ROBERT MAIER ARCHITEKTEN. Alle Rechte vorbehalten.  Impressum