ROBERT
MAIER
ARCHITEKTEN

EINFAMILIENHAUS TÖGING

Einen Bauherrn betreuen zu dürfen, der selbst Fachingenieur für Gebäudetechnik ist und der technische Zusammenhänge und deren wechselseitiges interagieren mit der architektonischen Planung bestens versteht, ist Vorteil und Herausforderung zugleich. Durch ein vorangegangenes gemeinsames Projekt – einer Kletterhalle – lernten wir den ambitionierten Kletterer kennen und schätzen. Umso mehr freuten wir uns, als sich Korbinian Bittcher mit seiner Frau Ulrike mit der Bitte um Planung Ihres neuen Wohnhauses, an uns wendeten.

 

Die Zuständigkeiten in dem Projekt waren schnell verteilt: wir kümmern uns um die Architektur und das Interieur-Design und er sich um die technische Gebäudeausstattung.

So war es auch für uns eine neue Erfahrung als uns der Bauherr bereits nach der ersten Vorentwurfs-Präsentation eine komplette dreidimensionale Planung der technischen Gebäudeausrüstung vorlegte.

 

STÄDTEBAU

Das Grundstück liegt im Bereich des Ortsrands einer Nachkriegssiedlung mit sehr tiefen Grundstücken. Der Bauherr konnte, durch Teilung des langgestreckten Areals, den westlichen Teil erwerben. Zu Beginn der Planungsaufgabe gab es auf dem ost-west-orientierten und schmalen Grundstück nur eine aus süd-ost kommende Hinterlieger-Erschließung. Da jedoch von der Westseite in den kommenden Jahren eine neue Erschließungsstraße errichtet werden soll, entschieden wir uns, die Garagen- und Zugangssituation nach der später kommenden neuen Straße auszurichten.  Durch die nordseitig zentrale Zugangssituation kann das Gebäude, auch auf die Zeit bis zu dieser neuen Situation, mit einer Zuwegung von der Ostseite her reagieren.

 

ARCHITEKTUR

Das Gebäude situiert sich auf dem schmalen Grundstück durch eine Dreiteilung der Funktionsbereiche. Im westlichen Grundstück werden die Garagen- und Nebenräume und im östlichen die Wohnnutzungen platziert. Die beiden Teile umschließen dabei zusammen mit dem überdachten Verbindungsweg den Gartenbereich und erzeugen damit eine Atriumsituation mit hohen Aufenthaltswert. Der Weg zum Haupteingang führt dabei an der nördlichen Grundstücksgrenze bis zum Wohngebäude vorbei.

 

Städtebaulich bindet sich das Gebäude mit seinem Satteldachbaukörper und dem flachen Nebengebäuden zurückhaltend in die umgebende Nachkriegsbebauung ein. Dabei bildet der Garagenbaukörper eine Abtrennung zum öffentlichen Raum und schafft im Zusammenspiel mit den Haupthaus einen privaten Gartenraum aus. Mit der Gebäudeanordnung werden regionaltypische Hofbauformen aufgenommen und zeitgemäß interpretiert.

 

Die Fassade wird mit, der im ländlichen oberbayrischen Raum traditionell als Wandverkleidung verwendeten, unbehandelter sägerauher Lärche verkleidet.

In dieser Fassade wird ein geometrisches Öffnungsraster erzeugt, welches sich beim Geschosswechsel um eine Fensterbreite versetzt. Mit dem Leistenvorhang über die großen Verglasungen im Erdgeschoss  hinweg, kann eine große Transparenz bei gleichzeitigen Schutz vor Einblicken von außen, geschaffen werden.

 

BAUWEISE

Bei dem nicht unterkellerten Gebäude wurden die Wände auf eine schwimmende Betonbodenplatte mit Betonaufkantung gesetzt. Die Hüllflächen wurden in Holzrahmenbau mit Installationsvorsatzschale und Trockenbauverkleidung errichtet. Die aussenseitige Verkleidung erfolgte mit sägerauhen Holzverschalungen. Innenwände wurden ebenfalls in Holzrahmenbau mit Trockenbauverkleidungen errichtet. Geschossdecken als Holzbalkendecken, schimmender Estrich mit Parkett und PU-Bodenbeschichtugen. Satteldach mit Alu-Doppelstehfalzdeckung.

 

INNENRAUM

Besucher betreten das Haus über einen Garderobenflur, in dem zum einen der Zugang für die Bewohner aus dem Garagenbereich und zum anderen die Treppe in das Obergeschoss mündet.

Von der Garderobe aus gelangt man in den Koch- und Essbereich welcher mit einem Möbelblock vom Wohnbereich getrennt ist. Ein durchgehender Schrank bildet dabei als multifunktionaler Raumabschluss das Rückgrat der Aufenthaltsbereiche und Trennung zu den Flurflächen.

 

Die Räume sind klar und effizient gegliedert. Die hellen Boden- und Deckenflächen bringen Licht in die Tiefe. Zwischen den weißen Boden- und Deckenflächen sind Boxen aus Birkensperrholz eingestellt, welche Raumzonierungen und notwendige Abstellflächen schaffen. 

 

TECHNIK

Beheizt wird das Gebäude mit einer Eisspeicherheizung mit solarer Warmwassergewinnung. Im Sommer wird der Eisspeicher auch zum Kühlen des Gebäudes verwendet. Eine Energieoptimierung wird durch die Verwendung einer kontrollierten und zentralen Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung erzielt. Mit einer PV-Anlage wird der Neubau praktisch Energie-Autark.

 

NGF 255 m2
BGF 304 m2
BRI 1.108 m3
Baujahr Okt. 2016 - Mai 2017
Location Töging am Inn

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